Gripmasters Ernährungsgewohnheiten beim Ultratrailrunning
Der Powerhammer (siehe krasse Typen), der viele mehrtägige Adventure Races und Raids gemacht hat, sagte einmal, in ein solches Rennen geht man am besten leicht überernährt und leicht untertrainiert. Am Ende der Woche ist man dann leicht unterernährt und leicht übertrainiert…
Auch wenn ich das nicht ganz wörtlich nehme, so ist die Philosophie ganz brauchbar finde ich…
Das heisst, in den Tagen vor dem Rennen versuche ich, den Körper von allen im Laufe anstrengender Trainings- und Arbeitswochen angehäuften Mangelzuständen zu befreien. Also sehr viel Wasser trinken, und sehr viel essen, möglichst Kohlehydratreich, möglichst gesund. Ich möble meinen Mineralstoffhaushalt auf, insbesondere Magnesium.
Ich habe einen recht anstrengenden und reiseintensiven Lebenswandel, der die regelmässige und gesunde Ernährung sehr schwierig macht. An den Tagen vor einem 40 Stunden-Rennen durch die heisse Kroatische Wildnis mache ich mir dann mal wieder bewusst, was gut wäre und versuche, das meinem Körper zukommen zu lassen.

Für die Energie mag ich am liebsten den Carbo Cake von Maxim, eine Art sehr gut verträglicher, gut schmeckender Schokoladenkuchen mit hohem Energiegehalt. Dieser hat sich zu meinem Langstreckenfavoritenessen entwickelt. Ich esse diesen auch schon am Tag der Anreise bzw am tag vor dem Rennen, immer wieder ein Stück zwischen den Mahlzeiten, zum Frühstück wie immer Brot, zum Mittagessen und abends gerne Nudeln oder Reis mit Fleisch, entweder eine doppelte Portion oder auch mal noch eine Pizza hinterher.. Am Tag vor dem Rennen versuche ich den ganzen Tag möglichst viel Wasser, mitunter auch ein Mineralgetränk von Ultra Sports von Zeit zu Zeit.

Am morgen, vor dem Start sieht man mich nicht am Hotelfrühstück mit Kaffe und Brötchen.. ich packe meine Sachen, meistens eh zu nachtschlafener Zeit, und esse nebenbei Carbo Cake und trinke meist Wasser oder schon „Ultra Sports Buffer“. Was vor dem Start schon im Körper ist, muss ich nicht mehr tragen und steht dann in den nächsten Stunden zur Verfügung…
Im Rennen ist es dann sehr wichtig, immer wieder zu essen, ich nutze weniger technische flache Passagen und die Downhills dazu. Alle Stunde ein Stück Carbo Cake, vor einem harten oder langen Anstieg auch ein Gel, wobei ich die echten Gels inzwischen gar nicht mehr leiden kann, sondern lieber diese flüssigen Konzentrate in den kleinen Flaschen trinke, manchmal auch mit Koffein.. Im Rennen gilt immer: trinken, trinken, trinken.. Ich mache am liebsten Rennen ohne Verpflegungsstellen, wo man autonom sein muss. Hier gibt es dann eventuell alle paar Stunden eien Wasserstelle. Ich habe dann im Rucksack vorgefüllte Tüten mit Getränkepulver, in den Mengen, die für mein Camelbak nötig sind. Bei Rennen mit wenig Wasserstellen ist es immer ein schwieriges Abwägen zwischen dem Bedürfnis an Flüssigkeit um gut durchzuhalten, und auch den Körper zu respektieren, und auf der anderen Seite dem Vorteil, leicht unterwegs zu sein, und nicht zu viel Gewicht in Form von Getränk mitzuschleppen…
Aber ein gutes Beispiel ist das 100km Rennen in Südafrika, zu dem ich gerade im Flugzeug sitze. Hier ist die Wasserversorgung völlig unklar und man ist auf der baumlosen Strecke den ganzen Tag der glühenden Sonne auf 2700m und der 30+ Grad Hitze ausgesetzt, verbunden mit einem Wind, der einen zusätzlich austrocknet. Es ist zwar sehr anstrengend, mit 3 kg Getränk von einem Gipfel zum nächsten zu laufen, aber gleichzeitig möchte ich in dieser Wildnis nicht ausgetrocknet unterwegs sein, mit 4 oder 5 Stunden zur nächsten Wasserstelle. Da ist nicht nur der Einbruch garantiert, es ist doch auch nicht gerade ungefährlich…
Ich habe früher noch viel anderes Essen mitgeschleppt, M&Ms, salziges, Mars für die Moral… doch am Ende habe ich gar nicht alles essen geschweige denn verarbeiten können, und dann war es doch nur totes Gewicht, was man bis in’s Ziel mit sich trägt. Ich konzentriere mich nun auf meinen Energiekuchen, ein paar Riegel, die ich gerne mag, ein paar flüssige Konzentrate, von denen eines immer die Notfallration ist für wenn gar nichts mehr geht. Und eventuell ein Käsebrötchen um nicht den ganzen Tag Süsses zu essen, das ist meist recht schnell weg..