Der berühmte GR 20 ist etwa 200km lang, der höchste Punkt ist auf 2225m und die kumulierten Höhenmeter sind atemberaubende 12.800!!! Doch das ist nur Statistik!
Genau wie die neue Fabelzeit: 32 Stunden und 54 Minuten.
Die Geschichte der Überquerung unter den Bildern….
So sah es aus:

Der junge Katalane am Ziel – als wäre nichts gewesen.

Überquerung im Alleingang.

Camping verboten! Als hätte der rasende Kilian Zeit für sowas!

Kein flaches Land, diese Korsika!

Was andere mit so einem Marschgepäck in einer guten Woche absolvieren, hat Kilian in 2 Tagen hinter sich gebracht.

Alles offiziell – damit der Rekord gilt, muss er sein Roadbook abstempeln lassen unterwegs. Wahrscheinlich die einzige Gelegenheit, wo er mal stillstand…
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Kilian: Gekrönter GR20-König Conca, 16. Juni 2009
Kilian Jornet, widersetzte sich der schwülen Hitze, Schlafentzug und schmerzenden Beinen. Er pulverisierte den GR20-Rekord in atemberaubenden 32 Stunden 54 Minuten und 24 Sekunden.
Um 12:49 Uhr und 24 Sekunden erreichte ein erstaunlich frisch aussehender Kilian Jornet Conca, ein verschlafenes, sonniges Dörfchen im Südosten Korsikas und zugleich Ziel des GR20. Ovationen begleiten einen Mann, der nicht nur in rasantem Tempo 190km ohne Unterbrechung absolviert hat, sondern auch den existierenden Rekord um nahezu 4 Stunden unterboten hat.
Knapp 33 Stunden zuvor startete er exakt um 03:55 Uhr in Calenzana. Von dem Wunsch getrieben, so viel wie möglich der ersten Hälfte des GR20 vor Einbruch der Dunkelheit hinter sich zu bringen, flog Kilian über das abschüssige, felsige Gelände. Als er um 9:45 Uhr nach Tighettu kam, war er seiner zuvor erstellten Prognose von 35 Stunden bereits zwei Stunden voraus. Er behauptete die Bestzeit über den Tag hinweg, indem er seine allmählich langsamer werdende Steiggeschwindigkeit mit hoher Geschwindigkeit in flachen und abschüssigen Abschnitten ausglich. Mit der Zeit gelangte er nach Vizzavona, was normalerweise die Mitte der Strecke ist. Sein Vorsprung betrug nun vier Stunden und es war noch nicht einmal dunkel. „Ich versuchte die steilen, technisch schwierigen Passagen hinter mich zu bringen und mir einen Zeitpuffer einzubauen, damit ich über Nacht etwas vom Gas gehen konnte“. Für Kilian geht Sicherheit vor.
Als die Nacht einbrach und Kilian anfing über einen möglicherweise risikovollen Nachtabschnitt von 70 km nachzudenken, war ihm die zuvor erbrachte extra Anstrengung, die ihm eine Fehlerquote erlaubte, nicht der einzige Beistand. Einige einheimische Trailrunning-Experten, unter anderem Jean Loui Canqui, haben sich bereits als Kilians Wegbegleiter für kurze Abschnitte unersetzlich gemacht. Sein Streben nach dem Rekord hat zahlreiche Anhänger seines Gefolges motiviert ihn zu begleiten und ihm durch die Dunkelheit zu helfen. Sein guter Freund Catalan Juan Sola ist um die 40 km mit ihm durch die Nacht gelaufen und wurde später von seinen Partnern Belen und Benjamin Gaimard abgelöst, die das Staffelholz auf dem holprigen und anstrengenden Trail am berühmten Bavella-Pass entgegennahmen. Während der Nacht „verlor“ Kilian durch einen angeschlagenen Magen eine ganze Stunde, durfte aber echte Menschlichkeit und die Zuwendung von denen erfahren, die zu seinem Erfolg beigetragen haben. „Ich hätte es wirklich nicht ohne die Hilfe und den Zuspruch schaffen können, den ich von jedem, den ich auf meinem Weg getroffen habe, erhielt. Speziell nicht ohne die einheimischen Läufer, die nicht nur erschienen sind um mich an der Strecke anzufeuern, sondern so weit gegangen sind und mich für bestimmte Etappen auf dem Kurs begleiten zu können“, bemerkt ein dankbarer Kilian.
Mit nur noch drei Stunden bis zum Ziel in Conca war die Aufregung das einzige was schneller wuchs, als das Quecksilber. Den Rekord hatte er in der Tasche, allerdings war es an Kilians leicht verwildertem Anblick und der schmerzend aussehenden Art und Weise zu erkennen: Wenn ihn nicht der Schlafmangel vollständig erledigen würde, dann würden es sicherlich die sich auf seinem Fuß ausbreitenden Blasen sein. Da auch Kilian irgendwann seinen Zustand als „am Rande des Todes“ bezeichnen muss, ist umso erstaunlicher, dass sein funkelndes Lächeln und die freundliche Art während des ganzen Rennens präsent waren. „Er nahm sich immer die Zeit jeden den er passierte zu grüßen und manchmal ging er sogar so weit, dass er eine Auszeit nahm, um mit einem Fan ein Foto zu machen“, bemerkte ein begeisterter Bewunderer.
Das Lächeln kehrte auf sein Gesicht zurück, als er sein Logbuch für den letzten Stempel öffnete und die Unterschrift der Föderation Francais de Montagne et Escalade zur Bestätigung erhielt, dass er bei seiner ersten Teilnahme am GR20 einen neuen Rekord aufgestellt hatte.
Rekorde werden überboten, das ist ihr Schicksal, aber Kilians Heldentat, die er hier vollbracht hat, hat ein Stück Geschichte des GR20 geschrieben. Kilian ist mit diesem Lauf zu einem Trailrunning-Phänomen geworden.
20km und 1280hm tun schon weh, aber 200km und 12800hm sind echt übermenschlich. heftige nummer…